Traumlied
geschter bini z’Nacht am Drü ufgwacht i mim Bett
ich ha träumt gha vom e Lied, wie-n-ich’s scho lang gern schribe wett
de Text isch total packend gsi und irgendwie mit Witz
und d’Musig, die hät tönt, wie bi de allergröschte Hits
ich ha no jedes Wort im Ohr und weiss d’Akkörd uf em Klavier
de Song da us mim Traum, de mues jetz sofort uf Papier
für so Fäll ha-n-ich so-nes chlises Büechli neb’em Bett
wo’s uf ganz vill leeri Site Platz für Lied-Idee hett
also tascht ich mich im Dunkle zu mim Nachttischlämpli hi
und vo det am Kabel witer müest de Schalter neimet si
doch weder s’Lämplischalterkabel no mis Nachttischlämpli sind
im Dunkle öppe det, wo söttet si, so dass ich’s find
me sötti nie haschte – bim Taschte im Dunkle
ich ha de Lämplischalter doch no gfunde a de Kabelschnur
doch jetz wo-n-ich chönnt schribe, fehlt vom Bleistift jedi Spur
uf de Suechi nach chli Liecht ha-n-ich vermuetlich us Verseh
mim Schriber mit em einte Arm es chlises Schüpfli geh
ich entdeck de Stift zmitzt und’rem Bett im Staub und mues drum so
total verchrüplet mit de Fingerspitz probiere anez’cho
da rutsch ich samt de Decki us em Nescht und weckt so mini Frau
wo’s nöd gern gseht, wenn ich z’Nacht s’Liecht amach und ihre d’Decki chlau
sie früürt nöd gern as Füdli und will wüsse, was das söll
und ich verzell vom träumte Lied, wo-n-ich sofort notiere wöll
und währendem ich in Erchlärigsnot um Wort am Ringe bin, merk ich
vom Lied, wo-n-ich hüt träumt ha, chunnt mir gar nüt meh in Sinn
ich chönnti raschte – ich taschte im Dunkle – ich taschte im Dunkle
inzwüsche isch es füf ab Drü und s’Lied isch würkli weg
und s’fallt mer nüme-n-i, egal, wie fescht ich überlegg
ich versuche witer z’träume, doch mit schlafe isch verbi
und vo dem Traumlied isch nüt übrig, keis Wort, kei Melodie
ich gang übere i d’Stube und ich hocke a s’Klavier
villicht chunnt ja d’Erinn’rig zrugg, wenn ich dete chli probier
ich sueche jedi Tonart ab und fange a in C
spil dürab im Quintezirkel bis Ces-Dur mit sibe b
irgendwo mue s’Lied versteckt si und als ob das öppis nütz
mach ich s’glichi Spiili nomol i de Tonarte mit Chrüz
will ich bis Fis-Dur nüt cha finde, laschtet alli Hoffnig voll
uf sibe Chrüz Cis-Dur, respektive uf ais-Moll … ais-Moll –
ich chönnti raschte – ich taschte im Dunkle uf de dunkle Taschte im Dunkle
ich taschte uf de dunkle Taschte im Dunkle
ich han erfolglos witer gsuecht no di ganzi Nacht
und bim Zmorge wird mer klar, ich ha vergebe düregmacht
jetz stuhn’ich selber über mini nächtlich Euphorie
im Traum perfekti Lieder finde, wär zu traumhaft gsi
was übrig blibt sind Augering und s’truurig Resümee
ich stah da mit leere Händ und ha kein Song und kei Idee


